Intrinsische Motivation ist nicht käuflich

Motivation ist nicht käuflich!

Seit rund 9 Jahren hän­gen zwei Zitate für alle deut­lich sicht­bar in mei­nem Büro: „Tu, was du liebst, und du musst nie wie­der arbei­ten“ und mein Lieblingszitat von Albert Einstein: „Die reins­te Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belas­sen und zu hof­fen, dass sich etwas ändert.“ Wer sich bei­de Zitate anschaut und sein Leben dar­auf aus­rich­tet, wird die Quintessenz die­ser deut­lich erken­nen. Lernen kennt kei­ne Grenzen und wenn man alles, was man durch­führt, mit Liebe macht, hört man nie­mals auf dazu­zu­ler­nen. Solange sich die Welt dreht und der Fortschritt sich so schnell ent­wi­ckelt, ist man gut bera­ten sich Wissen anzueignen.

Jahrzehntelang waren selbst Ärzte der Meinung, dass Gehirnzellen im Alter abster­ben. Neurologische Untersuchungen haben bewie­sen, dass es nicht stimmt. Das Gegenteil ist der Fall. Laut neu­es­ter Forschungsergebnisse ist sicher, dass unser Gehirn auch im fort­ge­schrit­te­nen Lebensalter nicht nur mehr graue Substanz (Graue Zellen) auf­baut, son­dern neue neu­ro­na­le Netzwerke ent­ste­hen. Das bedeu­tet für uns: Lernen kennt kei­ne Grenzen! Zwar lernt man lang­sa­mer als in jun­gen Jahren, dafür aber effek­ti­ver. Wille, Motivation und die hohe Kunst zuzu­hö­ren sind die Voraussetzungen dazu.

Unser Wissensnetz kann sich nur erwei­tern, wenn wir bewusst zuhö­ren. Wer annimmt, alles bes­ser zu wis­sen als Andere und dar­über das Zuhören ver­gisst, wird sich nicht wei­ter­ent­wi­ckeln. Wenn wir etwas ver­än­dern wol­len, soll­ten wir zuerst uns umstel­len und den neu­en Gegebenheiten anpas­sen. Das funk­tio­niert nur durch Bildung. Meistens ist es so, dass mit­un­ter der Wille zwar vor­han­den ist, das Zuhören gelingt, nur der ech­te Anreiz fehlt. Dazu soll­te man wis­sen, dass es zwei unter­schied­li­che Arten von Motivationen gibt.

Die extrinsische und die intrinsische Motivation

Wir alle ken­nen Menschen, die am Montag zur Arbeit kom­men und mit einem Seufzen das Büro betre­ten. Jene Einstellung zei­gen sol­che Mitarbeiter bei all Ihren Tätigkeiten. Sie bege­ben sich in eine Opferrolle, aus der sie nicht mehr her­aus­wach­sen. Sie haben den Wunsch bemit­lei­det zu wer­den und zäh­len Ihre Tage bis zur Rente. Hier fehlt die intrinsi­sche Motivation.l. Bei jeder Gelegenheit erzäh­len sie Ihnen, wie anstren­gend Ihr Alltag sich gestal­tet und dass sie sich so freu­en, wenn sie end­lich nach 19 Jahren in den Ruhestand tre­ten. Daran erken­nen Sie sofort, dass sie Ihre Tätigkeiten nicht ger­ne tun. Sie zäh­len Ihre Stunden bis sie in die Grube fah­ren. Mit sol­chen Arbeitnehmern wird es unmög­lich ein moti­vier­tes Team auf­zu­bau­en, im Gegenteil, die ande­ren wer­den auf das Niveau des ein­zel­nen her­un­ter­ge­zo­gen. Diese Art von Mitarbeitern kennt gar kei­ne Motivation, selbst im Privatleben ist ihnen so ein Antrieb fremd.

Wenn ein neu­er Bewerber schon beim Vorstellungsgespräch nur Interesse für das künf­ti­ge Gehalt zeigt und er um jeden Euro feilscht, ohne über sein Aufgabengebiet mit Ihnen gespro­chen zu haben, schi­cken Sie ihn weg! In sol­chen Fällen kön­nen Sie zu 95 % davon aus­ge­hen, dass der­je­ni­ge auf­grund extrinsi­scher Motivation han­delt. Diese Art des Ansporns basiert auf äuße­ren Reizen. Der Wunsch, nach Belohnung (Arbeitslohn, einem Bonus) oder, der Versuch, eine Bestrafung zu ver­mei­den (nega­ti­ves Prüfungsergebnis, Versetzung am Arbeitsplatz) sind hier der ein­zi­ge Antrieb. Es wird kein kör­per­ei­ge­nes Dopamin aus­ge­schüt­tet, des­halb hält hier der Motivationszustand nicht lan­ge. Wenn spä­ter dann der Belohnungseffekt aus­setzt, weil die Gehaltserhöhung schon eini­ge Zeit her war, sinkt die Motivation, da sie nicht aus eige­nem inne­rem Antrieb kommt.

Wer über den Preis kommt, geht wieder über den Preis!

Wenn der Beweggrund eines Menschen der Preis, beim Angestellten das Gehalt, bei einem Kunden das güns­ti­ge­re Angebot ist, wird der Angestellte bei einem gleich­wer­ti­gen Jobangebot für 100 EUR mehr das Unternehmen ver­las­sen. Ihren Kunden ver­lie­ren Sie, sobald er eine preis­güns­ti­ge­re Leistung bei der Konkurrenz fin­det. Um ein Unternehmen aber har­mo­nisch und erfolg­reich zu füh­ren, benö­ti­gen Sie Mitarbeiter mit einer intrinsi­schen Motivation.

Die intrinsi­sche Motivation ist die inne­re, aus sich selbst ent­ste­hen­de Motivation des Einzelnen: Manche Tätigkeiten ver­rich­tet man nur zu ger­ne, weil sie Spaß brin­gen, man in ihnen einen tie­fe­ren Sinn ent­deckt oder die Herausforderung reizt. Diese Art des Antriebs ist nicht bezahl­bar. Sie kommt von innen, vom Herzen, und wird von unse­rem Körper über­dies belohnt. Denn hier wird kör­per­ei­ge­nes Dopamin aus­ge­schüt­tet, das inne­re Belohnungssystem greift und wirkt lang­fris­ti­ger als die von außen gesteu­er­te Motivation.

Das kom­plet­te Buch “Motivation ist nicht käuf­lich” gibt es hier!

 

Positive Denkanstöße, clever zusammengefasst.

Fikret Kinavli hat mit sei­nem Buch das sprich­wört­li­che Rad nicht neu erfun­den, aber er hat ver­schie­de­ne, posi­ti­ve Philosophien cle­ver zusam­men­ge­fasst und auf den Punkt gebracht.
Ich emp­feh­le jedem, die­ses Buch zu lesen, und nicht nur, wenn man ein Problem mit der eige­nen Motivation hat. Es eig­net sich, vor allem auch auf­grund der sehr über­schau­ba­ren Länge, als Refresher, bekann­tes, aber in den Hintergrund getre­te­nes, wie­der frisch ins Bewusstsein tre­ten zu las­sen. In jedem Stadium eines Lebens, gibt es Höhen und Tiefen, und selbst wenn man grund­sätz­lich eine posi­ti­ve Haltung zur Arbeit und sei­nem Umfeld hat, so ist man doch nie davor gefeit, der Negativität oder dem Stress Einzug zu gewäh­ren. Mit weni­gen Worten schafft es Herr Kinavli, den Focus auf Energie, Positivität und Motivation zu len­ken, ob das dann intrinsisch oder viel­leicht doch extrinsisch ist, ist im Endeffekt nicht mehr wichtig.

Pat

8. Mai 2019